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Pflegereform 2015

1. Pflegestärkungsgesetz
Was ändert sich durch die Pflegereform in der häuslichen Pflege?

Pflegereform – 1. Pflegestärkungsgesetz
Am 1.1.2015 tritt das 1. Pflegestärkungsgesetz in Kraft. Die Leistungen werden erhöht und der Beitragssatz der Pflegeversicherung steigt um 0,3 %.

Die Änderungen im Einzelnen:
1. Erhöhung der ambulanten Pflegesach- und Geldleistungen
2. Flexibilisierung der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
3. Leistungen in Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen
4. Wohngruppenzuschlag, Ausbau der Leistungen
5. Wohnraumanpassung in der Häuslichkeit, Anschubfinanzierung für Wohngruppen
6. Betrag für Pflegehilfsmittel
7. Ausbau Betreuungs- und Entlastungsleistungen
8. Weitere Regelungen

1. Erhöhung der ambulanten Pflegesach-und Geldleistungen
Pflegebedürftige und an Demenz erkrankte Menschen erhalten ab dem 1. Januar 2015 mehr Leistungen von der Pflegeversicherung.

Das gilt für das Pflegegeld, Sachleistungen, Leistungen der Kurzzeit-, Verhinderungs-, Tages- und Nachtpflege, Bewohner von Wohngemeinschaften, Betreuungs- und Entlastungsleistungen, Zuschüsse für Umbaumaßnahmen und Pflegehilfsmittel.

 

1. Erhöhung der ambulanten Pflegesachleistungen
Für Pflegesachleistungen des Pflegedienstes können zukünftig folgende Leistungen beansprucht werden:

Pflegestufe

Pflegesachleistungen

(§ 36 SGB XI)

Erhöhte Pflegesachleistungen

(§ 123 DGB XI)

in Stufe 0 bis zu  -

231€

Alt 225€

in Stufe I bis zu 

468€

Alt 450€

689€

Alt 665€

in Stufe II bis zu 

1.144€

Alt 1.100€

1.298€

Alt 1.250€

in Stufe III bis zu 

1.612€

Alt 1.550€

1.612€

Alt 1.550€

in besonderen Härtefällen sind es bis zu

1.995€

Alt 1.918€

1.995€

Alt 1.918€

1. Erhöhung der ambulanten Pflegegeldleistungen
Die Geldleistungsbeträge nach § 37 SGB XI für die ambulante Pflege durch Angehörige erhöhen sich ebenfalls.

Pflegestufe

Pflegegeldleistungen

(§ 37 SGB XI)

Erhöhte Pflegegeldleistungen

(§ 123 SGB XI)

In Stufe 0 auf bis zu  -

123€

Alt 120€

In Stufe I auf bis zu 

244€

Alt 235€

316€

Alt 305€

In Stufe II auf bis zu 

458€

Alt 440€

545€

Alt 525€

In Stufe III auf bis zu 

728€

Alt 700€

728€

Alt 700€

Kombination von Pflegesach- und Geldleistungen
Pflegesachleistungen und Pflegegeld können auch miteinander kombiniert werden. Die Leistungen werden dann gegeneinander angerechnet:

Verbrauchte Sachleistung   Rest-Sachleistung Pflegegeld
In Prozent   In Prozent
100

0
90

10
80

20
70

30
60

40
50

50
40

60
30

70
20

80
10

90
0

100

 

 

2. Flexibilisierung der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Ab 2015

 

1.612 Euro

 

 

oder

 

 

2.418 Euro

Pflegebedürftige haben einen Anspruch auf Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI) für bis zu 6 Wochen in Höhe von bia zu 1.612 Euro jährlich (bisher 1.550 Euro).

Vorraussetzung: die Pflegeperson (Angehörige) ist verhindert und seit mindestens 6 Monaten tätig. 

Sofern der Betrag der Kurzzeitpflege noch nicht ausgeschöpft ist wurde, können noch bis zu 50% des Leistungsanspruches zusätzlich als Verhinderungspflege in Ansprich genommen werden nur als Leistung des Pflegedienstes. Damit erhöht sich die Verhinderungspflege um bis zu 806 Euro auf insgesamt bis zu 2.418 Euro

Der Anspruch auf Verhinderungspflege besteht auch bei Pflegestufe 0 (mit Einstufung nach § 45a SGB XI). 

 

Pro Jahr sind jetzt bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI) möglich. Dafür gibt es künftig bis zu 1.612 Euro jährlich. Zusätzlich kann der Leistungsbetrag der Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro in Anspruch genommen werden, sofern dieser noch nicht verbraucht ist.

Damit stehen insgesamt max. 3.224 Euro zur Verfügung.

Der Anspruch besteht auch in Pflegestufe 0 (mit Einstufung nach § 45a SGB XI).

 

 

3. Leistungen der Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen, § 41 SGB XI

Ab 2015

Verdoppelt sich der Leistungsanspruch in Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen. Der ambulante Pflegesachleistungsbetrag steht einmal als häusliche Leistung und
einmal in vollem Umfang als Tages- oder Nachtpflegeleistung zur Verfügung. Der Betrag kann nur für die Tages- oder Nachtpflegeeinrichtungen eingesetzt werden oder er verfällt.

Pflegestufe Leistungen

Erhöhte Leistungen

nach § 123 SGB XI) 

Bisher
0 - 231€ -
1 468€ 689€ 450€
2 1.144€ 1.298€ 1.100€
3 1.612€ 1.612€ 1.550€

 

Mehr zusätzliche Betreuungskräfte in Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen

Ab 2015: Die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in Tages- und
Nachtpflegeeinrichtungen wird erhöht. Künftig steht jedem
Gast, bisher nur an Demenz erkrankten Gästen (§ 45 a SGB XI),
zusätzliche Betreuung ohne Anrechnung auf seine übrigen
Leistungsansprüche zu. Dabei kommt auf 20 Gäste eine
zusätzliche Betreuungskraft.

 

 

4. Wohngruppenzuschlag, Ausbau der Leistungen, § 38 SGB XI
Leben mindestens drei und höchstens zwölf Pflegebedürftige, auch der Stufe 0 mit Einstufung nach § 45a SGB XI („Demenz“), in einer Wohngruppe, erhalten diese einen pauschalen Wohngruppenzuschlag in Höhe von monatlich 205 Euro auf Antrag von ihrer Pflegekasse.

Die Wohngruppe hat darauf hinzuweisen, dass sie keine Vollversorgung anbietet und die Pflegebedürftigen die eigenen Ressourcen oder die des Umfeldes einbringen können.

Von den 205 Euro pro Bewohner ist gemeinsam eine Präsenzkraft mit organisatorischen, hauswirtschaftlichen oder betreuenden Leistungen in der Regel durch einen Pflegedienst zu beauftragen.

 

 

5. Wohnraumanpassung in der Häuslichkeit, § 40 SGB XI

Ab 2015

Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wie beispielsweise ein bodenebene Dusche oder Türverbreiterung, können Umbaukosten pro Maßnahme bis zu 4.000 Euro bei der Pflegekasse beantragt werden.

Leben oder profitieren mehrere Pflegebedürftige von einer Umbaumaßnahme, können bis zu 16.000 Euro je Maßnahme von der Pflegekasse gezahlt werden.

 

 

6. Betrag für Pflegehilfsmittel § 40 Abs. 2 SGB XI

Ab 2015

Pflegebedürftige haben einen Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, beispielsweise Handschuhe oder Bettunterlagen.

Hierfür gewähren die Pflegekassen ab 2015 monatlich 40 Euro auf Antrag.

 

 

7. Betreuungs- und Entlastungsleistungen, § 45b SGB XI

Ab 2015

Die bisherigen zusätzlichen Betreuungsleistungen für pflegebedürftige Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz nach § 45a SGB XI (100 € oder 200 €) werden ab 2015 angehoben auf:

104 € und 208 €

Den Grundbetrag von 104 € erhält zukünftig jeder Pflegebedürftige ohne Einstufung nach § 45a SGB XI („Demenz“).

Pflegebedürftige der Stufe 0 mit Einstufung nach §45a SGB XI haben ebenfalls einen Anspruch auf die 104 €.

Auf die 208 € besteht nur ein Anspruch für Pflegebedürftige wenn diese bisher bereits 200 € erhalten haben oder wenn nach einem Antrag auf Begutachtung nach § 45a SGB XI dieses Ergebnis festgestellt wurde.

Die Beträge (104 € oder 208 €) werden von den Pflegekassen gegen Vorlage einer Rechnung erstattet. Voraussetzung ist, es handelt sich um:

Leistungen zugelassener Pflegedienste für Angebote der
Betreuung oder allgemeinen Anleitung sowie Hauswirtschaft,
oder
Leistungen der Tages-, Nacht sowie Kurzzeitpflege,
(Hier können die Beträge weiterhin auch für die Kosten der
Unterkunft und Verpflegung eingesetzt werden.)
oder
Leistungen nach Landesrecht anerkannter, förderfähiger oder
geförderter Betreuungs- und Entlastungsangebote.

Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann künftig bis zu 40 % des Betrages für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden.

Es handelt sich hierbei um Erstattungsleistungen. Der Pflegebedürftige muss die Leistungen der anerkannten Leistungserbringer zunächst selbst bezahlen und reicht die Rechnung anschließend bei seiner Pflegekasse ein.

Voraussetzung:

Die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss sichergestellt sein. Es muss Pflegeberatung (nach § 37 Abs. 3 SGB XI) in Anspruch genommen werden. Die Vergütungen für die ambulante Pflegesachleistungen wurde bereits vorrangig abgerechnet.

 

 

8. Weitere Regelungen

Bildung eines Vorsorgefonds

Mit dem Pflegevorsorgefonds sollen mögliche Beitragssatzsteigerungen in der Zukunft abgefedert werden. Damit soll die Beitragsbelastung der jetzt jüngeren Menschen in der Zukunft begrenzt werden, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ins „Pflegealter“ kommen.

Anpassung des Beitragssatzes

Die Leistungsverbesserungen werden durch eine Erhöhung des Beitragssatzes in der Pflegeversicherung finanziert.

Zum 1. Januar 2015 steigt der Beitragssatz um 0,3 % auf 2,35 % bzw. 2,6 % für Kinderlose.

8. Weitere Regelungen  /  Familien-/Pflegezeitgesetz

Die bisherigen Gesetze zur (Familien-)Pflegezeit werden weiterentwickelt.

Ab 1. Januar 2015 gelten folgende Neuerungen:

Pflegende Angehörige können gegenwärtig 10 Tage unbezahlten Urlaub zur Organisation der Pflegesituation nehmen. Künftig wird dies mit einer Lohnersatzleistung gekoppelt, die den Großteil des Verdienstausfalles auffängt.

Es wird ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit eingeführt. Beschäftigte sind künftig für die Dauer von bis zu 24 Monaten bei einer Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Es besteht ein Anspruch auf ein zinsloses Darlehen, um den Verdienstausfall abzufedern.

Der Anspruch gilt in Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigten.

Außerdem enthält das Gesetz Freistellungsregelungen zur Betreuung eines minderjährigen pflegebedürftigen Kindes in einer außerhäuslichen Einrichtung sowie Regelungen zur Begleitung von nahen Angehörigen in ihrer letzten Lebensphase.

 

Wenn Sie Fragen zur Pflegebedürftigkeit oder zur Pflegeversicherung haben, unterstützen wir Sie gerne. Sie sind uns immer willkommen.
Bitte sprechen Sie uns an.

Ihre 

NHK Nachbarschaftliche Hauskrankenpflege GmbH & Co. KG 

Kostenlose Telefonnummer: 0800 9418314

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